Kategorie: Organsilikatfarben


„Mou, mir si sehr zfride, u es tropfet is nüm ufe Gring, dasch d‘ Hauptsach“

Diese Aussage von einem Schweizer Käser aus dem Kanton Bern lohnt sich in das Hochdeutsche zu übersetzen.

„Wir sind sehr zufrieden mit KaliPhil, seitdem das Produkt gestrichen ist tropft uns das Kondenswasser nicht mehr auf den Kopf.“

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Das ist die Aussage des Käsers der jeden Tag in seiner Käserei arbeitet und den es stört, dass das Wasser immer von der Decke tropft. Dass aber mit KaliPhil dem Schimmelpilz der Garaus gemacht wird ist sicher die wichtigste Aussage.

DAS WIRKUNGSPRINZIP VON KALIPHIL

Voraussetzung für die Bildung von Schimmelpilzen ist die Anwesenheit von Pilzsporen, Nahrung und insbesondere hohe Oberflächenfeuchtigkeit. Auf Basis dieser Erkenntnis und der nachstehenden Logik wurde SAX KaliPhil als schimmelhemmende Anti-Kondensations-Farbe entwickelt:

 

  • Wenn Kondenswasser nicht in Form von Tauwassertröpfchen an der Oberfläche verbleibt, ist es für Schimmelpilzwachstum schlechter verfügbar.
  • Ein saugfähiger Anstrich beschleunigt diesen Effekt, indem hohe Oberflächenfeuchtigkeit sofort reduziert wird.
  • Die Wassertropfen verteilen sich grossflächig, was eine schnellere Verdunstunger möglicht.
  • Bei sinkender Kondensbelastung wird die Feuchtigkeit wieder an die ungesättigte Raumluft abgegeben.
  • Schimmelpilz-Sporen können auf trockenen Oberflächen nicht auskeimen. Die hohe Alkalität des verwendeten Bindemittels Wasserglas wirkt zusätzlich schimmelhemmend. So kann auf Biozide verzichtet werden.
  • Resultat ist ein ausgeglichenes, gesundes Raumklima. Die mit der Luftfeuchtigkeit verbundene Schimmelgefahr ist deutlich reduziert.

KaliPhil ist eine echte Mineralfarbe entsprechend DIN 53778, mit einem organischen Anteil < 5%, frei von Lösemitteln, Bioziden, Weichmachern, sowie schwerflüchtigen organischen Substanzen. Mit einem sd Wert von lediglich 0,01 m ist KaliPhil höchst hydrophil.

KaliPhil verfügt aufgrund seiner Zusammensetzung über natürlich antimikrobiell wirkende Komponenten und bietet damit desinfizierende Eigenschaften. KaliPhil besteht zu 95% aus nachwachsenden Rohstoffen und ist mit der Schweizer Umweltetikette Produktekategorie A gekennzeichnet. Damit entspricht KaliPhil dem aktuellen MINERGIE-ECO Standard und ist entsprechend gelistet. KaliPhil ist geeignet für Anstriche in mit Kondenswasser belasteten Innenräumen wie Bädern, Küchen, Schlafräumen etc. sowie zur Beschichtung kapillar saugender Dämmstoffe, z.B. der bei der Sax-Farben AG erhältlichen mineralischen Calciumsilikat Klimaplatten CALSITHERM.  In manchen Fällen reicht bereits die Applikation von KaliPhil an schimmelbefallenen Stellen, nachdem der Schimmel zuerst restlos beseitigt wurde. In der Regel empfiehlt sich jedoch eine vollflächige Beschichtung.

Die Firma Sax setzt auch hier wieder Massstäbe und kann seinen Kunden bei Historischen wie auch bei Modernen Anstrich-Problemen eine perfekte Dienstleistung bieten.

Alte Technologie erobert moderne Fassaden

Der Ruf nach ökologischen Produkten bei Fassadenanstrichen ist unüberhörbar. Aber ebenso unübersehbar ist die Notwendigkeit nach energetisch optimierten Fassaden mit verputzter Aussendämmung. Beides mit einander zu verbinden, ist die Aufgabe der Anbieter von Baustoffen und Anstrichen.

Greutol  AquaPura

2 Komponenten Silikatfarben wie z.B. Pursilikat des Schweizer Familienunternehmens Sax-Farben AG, oder PURA Silikatfarbe von Greutol  spielen hierbei  eine zunehmend wichtige Rolle. Bis vor einigen Jahren schlummerten diese traditionellen Farben noch den „Dornröschenschlaf“ an historischen Gebäuden, heute sind sie wieder hellwach. Wie z.B. an modernen gedämmten Fassaden, im anspruchsvollen Neubau und der Renovierung unseres Baubestandes.

Historische Entwicklung:Anno 4000 v. Chr.
Vermutlich wurden Alkalisilikate oder Wasserglasprodukte bereits für die Pyramidenmalereien im alten Ägypten eingesetzt. Sicher ist, dass vor mehr als 5000 Jahren die alten Ägypter Natriumsilikate herstellten, indem sie Mischungen aus Quarzsand und natürlich vorkommendem Natriumkarbonat schmolzen.
 Aegypten

Anno 200 v. Chr.

Es gilt als bewiesen, dass Alkalisilikat eine bedeutende Rolle bei der Wandmalerei (Frescos) in Pompei und Herculaneum gespielt hat.
Pompeji

15. Jahrhundert n. Chr.
Auf der ewigen Suche nach dem «Stein der Weisen» schmolzen Alchemisten des 14. und 15. Jahrhunderts unter anderem auch Quarzsand mit Pottasche. Die ältesten zuverlässigen Angaben über Wassergläser stammen deshalb aus dem 16./17. Jahrhundert. In seinen Texten beschrieb Basilius Valentinus, das flüssige Quarz, das er als «Liquor Silicium» bezeichnete. Dass dadurch, unter hinzufügen von Calciumcarbonat, unser Fensterglas entstand sei nur nebenbei erwähnt. Wir bezeichnen den flüssigen Quarz heute als Wasserglas.

19. Jahrhundert n. Chr.
Verschiedene Anwender haben mit Alkalisilikat experimentiert. Im Jahr 1818 entdeckte der Landshuter Universitätsprofessor und königlich bayerischer Geheimrat sowie Oberbergrat Johann Nepomuk von Fuchs das Kaliwasserglas «neu». Er baute damit, zusammen mit den Münchner Akademieprofessoren Schlotthauer, Wilhelm von Kaulbach, um 1846 eine völlig neue Maltechnik auf, die er «Stereochromie» nannte.
Diese Malerei, wurde eine Zeit lang angewendet, um Wandflächen mit Gemälden, nach Art der Freskomalerei, zu bedecken.
In Deutschland entstand daraus später die Mineralfarbentechnik.
Interessanterweise fand diese Technik in der Schweiz rascher Verbreitung als in Deutschland. Die ältesten Fassadenmalereien in der Schweiz dürften diejenigen am Rathaus Schwyz sein (1891)

Die Sax-Farben AG in Urdorf stellt bereits seit 1899 Mineralfarben her und verfügt deshalb über ein grosses technisches Fachwissen. Die Sax-Farben AG ist heute die einzige Schweizer Farbenfabrik, die noch eine reine Mineralfarbe herstellt. Als Schweizerprodukt geniesst diese Farbe auch international einen ausgezeichneten Ruf.

Pursilikat – Reinsilikatfarben
2 – Komp. Mineralfarbe    (1899)
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Jakob Sax
Organo-Silikatfarben
1 – Komp. Mineralfarbe    (1970)
Sol-Silikatfarben
1 – Komp. Mineralfarbe    (2009)

Die Herstellung heute unterscheidet sich natürlich deutlich von der Produktion früherer Generationen. Industriell wird heute gezielt reiner Quarzsand (SiO2) mit Pottasche (K2CO3) bei 1100 – 1200°C zu einem wasserlöslichen amorphen „Wasserglas“ verschmolzen. Nach dem Lösen des so hergestellten, festen Wasserglases in Wasser, entsteht die anorganische Bindemittellösung „das Fixativ“. Es ist zur mineralischen Bindung von Füllstoffen und Pigmenten in der Farbe, aber auch zur Haftung des Anstrichs auf mineralischen Untergründen durch den sogenannten „Verkieselungsprozess“ erforderlich. Soweit die Theorie!

Die Praxis erfordert echtes Spezialwissen: Farbe daraus herzustellen, die ganz ohne organische Bestandteile auskommen und nur so zu der gewünschten Reinsilikatfarbe führen, ist kein triviales Thema.
Für den Verarbeiter bieten sich jedoch echte Chancen „Farbe“ in seiner ureigenen Art mal wieder begreifbar zu machen. Die beiden Komponenten Fixativ und Pigment/Füllstoffmischung werden für die beiden Anstriche im richtigen und korrekt einzuhaltenden Mischungsverhältnis vermischt. Beim Vermischen wird die Pulverkomponente, bestehend aus Füllstoffen und Pigmenten, mit dem mineralischen Bindemittel Fixativ benetzt und damit die schmeidige, homogene Farbe erzeugt.

Mischanleitung

Die Verarbeitung der vorbereiteten Reinsilikatfarbe erfolgt auf vollständig erhärtete mineralische Oberputze mit der Fassadenbürste im Kreuzschlag. Die angemischte Farbe wird dabei in zwei Arbeitsgängen in die Putzstruktur des Edelputzes „einmassiert“ und erhält dabei ihr typisches, lebendiges Erscheinungsbild. Mit geeigneten Bürsten kann im gleichen Arbeitsgang „beschnitten“ und flächig aufgetragen werden. Dies ist wichtig, weil in jedem Fall, auch Gerüstlagen übergreifend, „nass in nass“ aufgetragen werden muss. Das bedeutet für den Maler, genügend Verarbeiter auf der Baustelle aber im Gegenzug auch einen raschen, effizienten Arbeitsablauf .Wie bei allen Malerarbeiten müssen die Wetterbedingungen stimmen und der Untergrund einheitlich trocken und frei von Sinterschichten und Ausblühungen sein.

Voraussetzungen für ein gutes Ergebnis

Vorraussetzungen

Aber wenn nach dem zweiten Anstrich abgerüstet ist, besticht die Fassade durch ihre lebendige Natürlichkeit, ihren starken Farbausdruck und ihre Einzigartigkeit.

Auf Wärmedämmsystemen wie AQUA PuraVision unterstützt die Reinsilikatfarbe die hydroaktiven Eigenschaften des Putzsystems. „Bauphysikalisch das Beste, was einer Fassade passieren kann“. Das kann mit Fug und Recht behauptet werden.

Schützt doch die Reinsilikatfarbe die Putzschichten und das Dämmsystem wirksam vor Schlagregen, lässt aber mit seinem niedrigen Widerstand gegen Wasserdampf die Diffusion aus dem Innenraum durch die Fassade ungehindert passieren.

Man kennt es aus der Anwendung im Heimatschutz, Reinsilikatfarben verschmutzen praktisch nicht, sie haben nicht die „Klebrigkeit“ plastischer Farben und ziehen organischen Schmutz, wie z.B. Russ , nicht an. Durch den ausschliesslichen Einsatz anorganischer Pigmente gibt es bei Reinsilikatflächen praktisch keinen Verlust an Farbstärke, auch nicht über lange Bewitterungsphasen. Die Fassade bleibt einfach natürlich schön. Ein altes historisches System hilft in der Gegenwart mit auf Biozide bei Wärmedämmsystemen zu verzichten.

Ein Wehrmutstropfen bleibt allerdings, das Konzept „Topf auf, drauf auf die Oberfläche, fertig ist die uniforme Fassade“ geht nicht auf.

Hier ist noch gutes Handwerk und Sorgfalt gefragt. Aber das Ergebnis belohnt die Arbeit mit einer einzigartigen, ausdrucksstarken Erscheinung.

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 Anstrich Hand in Hand und Gerüstübergreifend  Auftragen mit der Bürste, kein Problem
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Wasserkirche Zürich gestrichen 1988 mit Pursilikat Simplon Hospiz gestrichen 1999 mit Pursilikat
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modernes Objekt in Liestal gestrichen mit PURA Silikatfarbe

Falls Sie sich mit diesem Thema beschäftigen möchten, oder ein entsprechendes Objekt zur Ausführung haben, stehen ihnen unsere qualifizierten Berater jeder Zeit gerne zur Verfügung.

Sax-Farben AG, Lack- und Farbenfabrik, CH-8902 Urdorf, Tel: 044-735 32 32

 

 

 

 

 

 

Quarz beständig und schön

Die zunehmende Anzahl an Flächen mit Mischuntergründen an Natursteinen, Putzen und Beton können jetzt ohne Einschränkung gestaltet werden. Auch mit organischen Substanzen vorbehandelte Natursteine können nun direkt, ohne mineralische Haftbrücke (Contact-Anstrich) und damit ohne Veränderung der Kornoberfläche gestrichen werden. Jetzt ist ein feiner Organo-Silikatfarbanstrich direkt auf solche schwierigen Untergründe möglich.

Solikat Kristall Quarz Wasserglas

Vorteile der Sol-Silikat-Technologie bei rein mineralischen Untergründen:
Auch auf Natursteinflächen ohne organische Altlasten ist die Sol-Silikattechnologie empfehlenswert, da die optimierten silikatischen Bindeeigenschaften auch zu einer mineralischen Anbindung an den Natursteinuntergrund führen. Gleichzeitig wird durch die Bindemittelkombination eine einzigartige Mikrostruktur eingestellt, die durch die nanoskaligen Kieselbausteine ausgelöst werden. Während der Abbindung des Anstriches entsteht ein nanoskaliges, mikroporöses, alkaliarmes, silikatisches Bindegel, das relativ spannungsarm ist und dessen Eigenschaft auf den Einsatz von Kieselsol zurückzuführen ist.

Ein zusätzlicher Vorteil der Sol-Silikat-Technologie ist die schnellere Abbindung der Anstrichschichten, was eine zusätzliche verarbeitungstechnische Sicherheit bei ungünstigen Witterungsverhältnissen bewirkt.

Da die Sol-Silikatfarbe auch organische Zusätze (unter 5 Gew.%) enthält, gilt sie gemäss der DIN als Organosilikatfarbe. Im Standardleistungsbuch für Architekten ist sie auch als eigenständige Qualität mit „Kieselsol-Silikatfarbe“ beschrieben.

Die Sol-Silikatfarbe ist also eine neue Organo-Silikatfarbe, die sowohl auf mineralischen als auch auf organischen Untergründen haftet. Vor allem tragfähige Mischuntergründe in der Sanierung sind ein bevorzugtes Einsatzgebiet.

Das Ziel ist klar. Die sehr guten Eigenschaften der Mineralfarbe behalten, und gleichzeitig die positiven Eigenschaften der organischen Produkte ausnutzen.
Um eine mineralische Farbe streichen zu können brauchte man bis anhin einen mineralischen Untergrund oder man musste oft teure Grundierungen an bringen. Mit der neuen Solikat-Mineralfarbe ist dies nicht mehr nötig. Man kann auf mineralischen sowie organischen Untergründen ohne Probleme arbeiten. Die Verarbeitung ist etwa gleich einfach wie bei einer Silikonharz- oder Dispersionsfarbe.

Solikat Sol-Silikat vereint die Vorteile der bewährten Silikatfarben und der Siliconharzfarben wie die hervorragende Wetter- und Lichtbeständigkeit, die leichte Verarbeitbarkeit und das universelle Anwendungsgebiet. Der Werkstoff kann sowohl für mineralische Untergründe als auch für die Überarbeitung von alten Dispersions- und Siliconharzbeschichtungen verwendet werden.

Solikat Grund eignet sich zur Grundierung alter mineralischer Putze und Anstriche. Das Material kennzeichnet eine besonders gute Festigungswirkung und eine hohes Penetrationsvermögen. Zudem kann Solikat damit bedarfsweise verdünnt werden.

Die neu rezeptierten Solikat Farben weisen eine einzigartige, im Bereich der Silikatfarben, bisher kaum erreichte Farbtontiefe auf. Sie werden in lichtechten anorganischen Farbtönen angeboten. Mit Solikat lassen sich besonders brillante Anstriche und Malereien herstellen. Ausserdem sind die Solikat-Mischfarben für die manuelle Abtönung von Solikat und anderen Sax-Silikatfarben geeignet.

Unsicher, dann fragen Sie doch uns.
Ihr Schweizer Lieferant mit dem entsprechenden Know-how!

 

Denkmalpflegepreis 2011 mit Sax-Farben

Denkmalpflegepreis 2011

 

Die sorgfältige und stilgerechte Aussenrestaurierung einer 1905 erbauten Villa in Hünibach, Kanton Bern, wurde mit dem Denkmalpflegepreis 2011 ausgezeichnet.

Sax-Farben spielten dabei eine grosse Rolle: Wichtig sei die fachgerechte Materialwahl mit mineralischen Farben wie Öl- und Silikatfarben gewesen – so Restaurator Roger Tinguely.

Die bei Sondierungen gefundene Jugendstil-Dekorationsmalerei aus der Bauzeit konnte rekonstruiert und auf Folie übertragen werden. Die auf Transparentpapier erstellte Reinzeichnung wurde dann wieder auf die Wandflächen übertragen und maltechnisch mit dem mineralischen Sax Oekosil aussen auf Basis von Wasserglas ausgeführt. Für die Restauration des Holzwerkes kam die echte, in Leinöl abgeriebene Ölfarbe Saxotol zur Anwendung.

Link zum Detailbeschrieb:
http://www.sax.ch/de/referenzen/oelfarben/riedstrasse-huenibach-denkmalpflege-preis-2011.html

Link zum Spezialbericht der Denkmalpflege:
http://www.sax.ch/assets/files/presse/Spez%20Publikation_Denkmalpflegepreis_2011_web.pdf

 

Was hätte Wolfgang dazu gesagt ?

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832 / 82 Jahre)

Was würde Goethe, wir nennen Ihn hier der Einfachheit wegen Wolfgang, wohl dazu sagen, wenn er wüsste, dass es einer Schweizer Firma endlich gelungen ist eine einfache reinmineralische Wasserglasfarbe herzustellen.

Schon im Mittelalter war das Bindemittel flüssiges Kaliumsilikat, als „Liquor Silicium“ bekannt. Es fehlten jedoch gute Produktions- und Anwendungsmöglichkeiten um damit Farben herzustellen.

Grosse Hoffnungen setzte im Jahr 1768 Wolfgang auf seine Versuche mit Wasserglas.

Heute wissen wir viel mehr über diese wundersame Flüssigkeit Liquor Silicium. Wir bezeichnen sie als Wasserglas. Wasserglas erstarrt aus einer Schmelze zu glasartigen, also amorphe, wasserlösliche Natrium- und Kaliumsilicate. Zur Herstellung von festen Wassergläsern (Festgläser) werden Gemenge aus Quarzsand und Kaliumcarbonat (für Kaliwasserglas) unter CO2-Entwicklung bei 1100 °C bis 1200 °C verschmolzen.

Seit dem ausgehenden 18 Jahrhundert ist die Mineralfarbentechnik mit Wasserglas bekannt und wird ausgeführt. Die Sax-Farben AG beschäftigte sich im ausgehenden 18. Jahrhundert mit diesen Techniken und entwickelte eine 2 K Silikatfarbe, unsere noch heute im Einsatz stehende Pursilikat Farbe. Aufgrund der komplizierten Verarbeitung setzte sich die 2-Komponenten Technik aber gegen die leicht zu verarbeitenden Kalkfarben nie richtig durch. Mit dem Einsatz der modernen Polymerchemie verschwanden diese Mineralfarben jedoch fast alle ganz vom Markt. Erst in der neueren Zeit, aufgrund von neuen Erkenntnissen in Bezug auf Bauphysik und gemachter Fehler, besann man sich wieder auf die „Mineralfarben“.

Jetzt ist es der Firma Sax gelungen eine reine Mineralfarbe zu entwickeln wie Wolfgang es schon versucht hatte. Eine wasserglasgebundene Farbe mit einem organischen Anteil von < 1%, absolut frei von polymeren Bindemitteln. Mit all den guten Eigenschaften der Zweikomponentensilikatfarben, aber lagerstabil und einfach in der Anwendung wie eine Kalkfarbe.

MonoSilikat ist eine einkomponentige, dispersionsfreie Silikatfarbe nach DIN EN 1062 für hochwertige Fassadenanstriche auf Basis spezieller Kali-Wassergläser.
MonoSilikat kann auf allen mineralischen Putzen der Mörtelgruppe PI bis PIII eingesetzt und grundsätzlich auf allen mineralischen sowie rein silikatischen Altanstrichen gestrichen werden. Dank seiner dispersionsfreien Formulierung eignet sich MonoSilikat besonders zur Renovierung historischer Bausubstanz oder im ökologischen Wohnbau.

>  rein silikatisch gebunden
>  dispersionsfrei
>  einkomponentig
>  ohne Hydrophobierungsmittel
>  nicht filmbildend
>  mineralisch matt
>  nicht brennbar (DIN 4102-A2)
>  antistatisch, nicht thermoplastisch
>  beständig gegen Industrieabgase und sauren Regen
>  hohe Witterungsbeständigkeit
>  unquellbar
>  nur absolut lichtechte, anorganische Farbpigmente

Alle reden von Mineralfarben – was ist damit eigentlich gemeint ?

Silicatfarben als Mineralfarben zu bezeichnen ist eigentlich falsch oder zumindest nicht exakt. Kalk- und Zementgebundene Farben sind auch Mineralfarben. Historisch gesehen, zumindest bis ca. 1880 gab es eigentlich nur Kalkfarben für den Fassadenanstrich. Dies gilt es heute auch bei der Renovation bei Denkmalgeschützten Objekten zu beachten. Denkmalschutz heisst deshalb nicht unbedingt, hier muss eine 2 K Silikatfarbe wie z.B. Pursilikat gestrichen werden.

Johann Wolfgang von Goethe, der von den Naturwissenschaften begeisterte Dichterfürst, experimentierte im Jahr 1768 nachweislich mit der mineralischen Flüssigkeit Liquor Silicium. Aber erst um 1800 befasste sich der Münchner Mineraloge und Chemiker Johann Nepomuk von Fuchs mit der Herstellung von Kaliumwasserglas und seiner Anwendung als Bindemittel für Wandmalereien. Diese Entwicklungen waren aber noch alle ohne Bedeutung. Erst als der bayerische König Ludwig I., ein kunstsinniger Träumer, verlangte die farbenfrohen Kalkfresken Italiens zu imitieren und in seinem Königreich entstehen zu lassen, erging der Auftrag an die Wissenschaft, eine neue Farbe zu entwickeln. Farbenprächtig wie ein kalkgebundener Anstrich sollte sie sein und dabei dennoch den Wetterbedingungen nördlich der Alpen trotzen können.
Den Durchbruch schaffte nicht etwa ein Chemieprofessor, sondern ein Handwerker mit dem Namen Adolf Wilhelm Keim. Diese Technik ist noch heute als Keim’sche Mineralfarbentechnik bekannt. Aber eben erst nach 1880 und dann vor allem für farbenprächtige und oftmals grossflächige Malereien. Es wird grundsätzlich zwischen der KEIM-A-Technik und der KEIM-B-Technik unterschieden. In der A-Technik wird nur das Pigment in destillierten Wasser angeteigt und auf den Malgrund appliziert um anschliessend mit einem Fixativ fixiert zu werden. Bei der B-Technik werden die Silicatpigmente mit dem Fixativ zu einer Silikatfarbe angerührt und eher grossflächig verwendet. Mit diesen Techniken liessen sich sehr wetterbeständige und somit stabile Anstriche formulieren. Auch die Firma SAX beschäftigte sich im ausgehenden 18. Jahrhundert mit diesen Techniken und entwickelte eine 2 K Silikatfarbe, unsere noch heute im Einsatz stehende Pursilikat Farbe. Aufgrund der komplizierten Verarbeitung setzte sich die  „Keim’sche Technik“ aber gegen die leicht zu verarbeiten Kalkfarben nie richtig durch. Mit dem Einsatz der modernen Polymerchemie verschwanden diese Mineralfarben jedoch fast alle ganz vom Markt. Erst in der neueren Zeit, aufgrund von neuen Erkenntnissen in Bezug auf Bauphysik und gemachter Fehler, besann man sich wieder auf die „Mineralfarben“.

Die Mineralfarben der Sax-Farben AG

Tradition und Wissen für historische Beschichtungstechniken – wie auch der Gegenwart.

  • Holzgebrannter Sumpfkalk
  • Samuro
    verarbeitungsfertige Kalkfarbe org. Anteil < 5%
  • Saxolit
    verarbeitungsfertige Kalkfarbe org. Anteil < 5%; Kasein verstärkt. Ohne Titanweiss
  • Sax Pursilikat nach (DIN 18263; 2.41)
    2 Komponenten Farbe auf Basis Kaliwasserglas
  • Oekosil
    Dispersions-Silicatfarbe (DIN 18263; 2.41)
    Gebrauchsfertige Wandfarbe auf Basis Kaliwasserglas
  • KaliSan
    Dispersions-Silikatfarbe (DIN 18263; 2.41)
    Gebrauchsfertige Wandfarbe auf Basis Kaliwasserglas für Innen mit naturePlus Label