Was nützt der beste Anstrich, wenn der Untergrund nichts taugt? Das ist eine Frage mit der sich nicht nur jeder Maler, sondern auch Architekten oder Mitglieder der Denkmalschutzbehörden auseinandersetzen. Wer kennt das nicht? Es werden historische Anstriche empfohlen, seien es Kalkfarben, Silikatfarben oder Ölfarben, diese werden eingesetzt und nach relativ kurzer Zeit kommt es zu Schäden. Warum? Sind die „alten“ historischen Anstriche ungeeignet in unserer modernen Welt? Mitnichten! Dem bestehenden Untergrund wird zu wenig Beachtung geschenkt. Alte Fassade bedeutet nicht gleichzeitig historischer Anstrich. Zu diesem Thema führte die Firma Sax im November 2013 wieder eine Schulung für Mitarbeiter der Denkmalschutzbehörden aus der ganzen Schweiz durch. In der Regel werden Fassaden alle 15 bis 25 Jahre renoviert, da ist es durchaus logisch, dass in den letzten Jahrzehnten auch Acrylfarben, Dispersionen, Latexfarben, Alkydharzanstriche usw. gestrichen wurden. Auch gilt zu beachten, dass Anstrich auf Anstrich auf Anstrich irgendwann nicht mehr funktioniert und diese „Vergangenheit“ komplett wieder entfernt werden muss. Dies trifft zumindest bei „modernen“ Anstrichsystemen zu, die nicht durch natürliche Abwitterung mit der Zeit matt werden und sich in der Schichtstärke durch Kreidung reduzieren.

Was sind aber historische Anstriche:

Historische Anstriche sind zeitlich weit zurückliegende Technologien zur Beschichtung von Baustoffoberflächen in solider handwerklicher Ausführung. In der Regel mit ökologisch und ökonomisch günstiger Rohstoffgrundlage. Gebäude mit wirklich alten (historischen) Anstrichen sind heute eher selten anzutreffen und dann meistens «Sache» des Denkmalschutzes in Zusammenarbeit mit dem Handwerk. Und genau hier stellen sich immer wieder 2 Fragen.

• Um was für einen Altanstrich handelt es sich?
• Wie entfernt man einen Altanstrich um einen intakten Untergrund richtig instand zu stellen?

Hier ist es ganz wichtig, ganzheitlich an entsprechende Objekte heran zu gehen.

• Mangelhafte oder fehlende Konstruktionen verursachen oftmals Schäden an Untergründen.
• Finden Sie heraus, wie das Gebäude genutzt wird, wie alt es ist, und wann die letzte Renovation durchgeführt wurde.
• Werfen Sie einen Blick auf die umliegenden Gebäude, weisen diese dieselben Probleme auf?
• Sträucher und Bäume, die zu nahe an Fassaden stehen, können einen Algenbewuchs auf dem Untergrund fördern.
• Machen Sie Fotos der Besichtigung. Die Bilder können im Team besprochen werden, oder an externe Personen per Email weitergeleitet werden.
• Sprechen Sie mit den Bewohnern, oftmals gibt es interessante und hilfreiche Hinweise.
• Lernen Sie aus Fehlern anderer.
• Prüfen Sie den Untergrund mit oftmals einfachen Massnahmen; z. B. Benetzungsprobe, Gitterschnitt, Wärmeprüfung, Lösemitteltest, Säuretest oder pH Indikator.

Die Schulung für die Denkmalschützer lief unter dem Motto „Denkmal an das Denkmal“. Es geht darum einen Baustoff zu erkennen und zu beurteilen, so dass eine technisch optimale und sinnvolle Sanierung erreicht wird.

Zur Sanierung und Beurteilung dienen auch die nachfolgenden Listen.

Untergrundbeurteiung

 

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