Archiv: 2014


Europäisches System zur Einstufung und Kennzeichnung auch bei Farben und Lacken.

Was geht das uns in der Schweiz an?

Bis zum 1. Juni 2015 müssen nach einer neuen Verordnung alle chemischen Produkte (dazu gehören auch Farben und Lacke), die in Europa in Verkehr gebracht werden, neu eingestuft und gekennzeichnet werden. Die Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung (Englisch: Classification, Labelling und Packaging, CLP) von Stoffen und Gemischen wird die derzeit geltenden Richtlinie über gefährliche Zubereitungen (Dangers Preparations Directive, DPD) ersetzen. Die CLP-Verordnung führt neue Gefahrenklassen sowie neue Piktogramme, Signalwörter, Gefahren- und Sicherheitshinweise ein.

In der Übergangsphase (bis zum 1. Juni 2015) werden die Sicherheitsdatenblätter der Sax-Farben AG weiterhin die aktuellen Einstufungen gemäss Richtlinien über gefährliche Zubereitungen erhalten. Die neue CLP-Einstufung wird Schritt für Schritt hinzugefügt. Die Produktetiketten gemäss CLP werden dann entsprechend den gesetzlichen Vorgaben folgen.

CLP steht für ein System zur Einstufung und Vermittlung von Gefahren. Die neuen Vorschriften gelten vollumfänglich auch für die Schweiz. Natürlich hat die Firma Sax die Problematik frühzeitig erkannt und hat bereits einen Grossteil ihrer Produkte entsprechend gekennzeichnet. Alle Änderungen in der Gefahreneinstufung von unseren Produkten beruhen daher ausschliesslich auf der Neubewertung von Rohstoffen. Wir können bestätigen, dass sich weder die Produktzusammensetzungen und -eigenschaften noch bestehende Zertifikate für Sax-Produkte geändert haben. Es ist gut möglich, dass neu, Gebinde mit Symbolen gekennzeichnet werden müssen, die früher kennzeichnungsfrei waren. Die Produkte sind deshalb nicht giftiger oder gefährlicher als in der Vergangenheit, dafür aber für den Kunden transparenter und verständlicher gekennzeichnet.

Neben neuer Symbole wird es bei einigen Produkten wie z.B. bei Dispersionen wie Walith, Silikonfarben wie Saxsil oder Hydrosil, bei Lacken usw. die sogenannten „ergänzende Gefahrenmerkmale (EUH-Sätze)“ geben.

Einige R-Sätze und weitere Kennzeichnungselemente, die vom GHS-System der UN nicht erfasst sind, wurden in europäische H-Sätze (EUH-Sätze) überführt, um das Schutzniveau der EU zu erhalten. Sie führen nicht zu einer Einstufung in eine Gefahrenklasse und stehen deshalb nicht in Rubrik 2 des Sicherheitsdatenblattes.

Ein Beispiel:
EUH 208 Enthält <Name des sensibilisierenden Stoffes>. Kann allergische Reaktionen hervorrufen.
An diesen Satz wird man sich gewöhnen müssen, sensibilisierende Stoffe sind z.B. CMI/MI, BIT und OIT. Also Stoffe die zur Topfkonservierung von wässrigen Farben dienen. Wässrige Produkte müssen konserviert werden und der Verbraucher wird so umfassender informiert.

Gefahrensymbole
Als Teil der Kennzeichnung werden chemische Substanzen mit Gefahrensymbolen versehen. Die Gefahrensymbole sind ein Blickfang und dienen der Groborientierung.

 

Vorsicht Gefährlich

VORSICHT GEFÄHRLICH
Kann die Haut irritieren, Allergien
oder Ekzeme auslösen, Schläfrigkeit
verursachen. Kann nach einmaligem
Kontakt Vergiftungen auslösen. Kann
die Ozonschicht schädigen.

 

Hochentzündlich

HOCHENTZÜNDLICH
Kann sich durch den Kontakt mit
Flammen und Funken, durch Schläge,
Reibung, Erhitzung, Luft- oder Wasserkontakt
entzünden. Kann sich bei
falscher Lagerung auch ohne Fremdeinwirkung
selber entzünden.

 

Brandfördend

BRANDFÖRDERND
Kann Brände verursachen oder
beschleunigen. Setzt beim Brand
Sauerstoff frei, lässt sich daher
nur mit speziellen Mitteln löschen.
Ein Ersticken der Flammen ist unmöglich.

Explosiv

EXPLOSIV
Kann explodieren durch Kontakt mit
Flammen oder Funken, nach Schlägen,
Reibung oder Erhitzung. Kann bei
falscher Lagerung auch ohne Fremdeinwirkung
zu Explosionen führen.

Gas unter Druck

GAS UNTER DRUCK
Enthält komprimierte, verflüssigte
oder gelöste Gase. Geruchlose
oder unsichtbare Gase können unbemerkt
entweichen. Behälter mit
komprimierten Gasen können durch
Hitze oder Verformung bersten.

 

Gewässergefährdend

GEWÄSSERGEFÄHRDEND
Kann Wasserorganismen wie Fische,
Wasserinsekten und Wasserpflanzen
in geringen Konzentrationen
akut oder durch Langzeitwirkung
schädigen.

 

Ätzend

ÄTZEND
Kann schwere Hautverätzungen und
Augenschäden verursachen. Kann
bestimmte Materialien auflösen
(z.B. Textilien). Ist schädlich für Tiere,
Pflanzen und organisches Material
aller Art.

 

Gesundheitsschädigend

GESUNDHEITSSCHÄDIGEND
Kann bestimmte Organe schädigen.
Kann zu sofortiger und langfristiger
massiver Beeinträchtigung der Gesundheit
führen, Krebs erzeugen, das Erbgut,
die Fruchtbarkeit oder die Entwicklung
schädigen. Kann bei Eindringen
in die Atemwege tödlich sein.

 

Hochgiftig

HOCHGIFTIG
Kann schon in kleinen Mengen zu
schweren Vergiftungen und zum
Tod führen.

 

Farben für die Welt / 125 Jahre Sax-Farben

Wenn Schweizer Städte und Gemeinden für ihre Schönheit gelobt werden, hat ein Unternehmen aus dem Zürcher Limmattal daran grossen Verdienst: Die Sax-Farben AG, eine Lack- und Farbenfabrik von europäischem Ruf, feiert ihr 125jähriges Jubiläum. Der Farbenfabrikant hat zehntausenden von Privathäusern, Büros und Gewerbebetrieben,  sowie zahlreiche historische Gebäude im Inneren und Äusseren verschönt.

Die berühmtesten Schweizer Maler gehören ebenso zu den Stammkunden von Sax wie die Staatsmänner Sir Winston Churchill und Dwight D. Eisenhower, die sich auch als Maler hervor getan haben.

Bild Churchill und Sax in Zürich                             Brief White House

Wie André Sax, in vierter Generation Geschäftsführer der Sax-Farben AG sagt, sind Qualität und Innovation die entscheidenden Leistungen für den Erfolg des Unternehmens über drei Jahrhunderte hinweg. Mit weltweit der ersten Siliconharzfarbe hat Sax Branchen- und Baugeschichte geschrieben. Bis in die Gegenwart wurden Bau- und Restaurationsmalerei wesentlich durch Sax-Farben beeinflusst.

Noch vor dem Aufkommen der ökologischen Bewegung revolutionierte der Schweizer Farbenproduzent die Schimmelbekämpfung. KaliPhil heisst das bis heute erfolgreich im Einsatz befindliche Produkt, das vielen Hausbesitzern Vorteile brachte, indem teure Schäden verhindert wurden. Im eigenen Forschungslabor wurden Farben entwickelt, die frei waren von Lösungsmitteln, Weichmachern und anderen Schadstoffen.

Mit Hydrosil entwickelte Sax ein ökologisch einwandfreies mineralähnliches Farbsystem von hoher ästhetischer Wirkung. Es dient zur Werterhaltung der Bausubstanz und verlängert die Renovationszyklen um ein Mehrfaches.
Das Öl-Farbsystem Saxotol ist identisch mit den seit Jahrhunderten bewährten Öl-Anstrichsystemen, ist jedoch frei von blei- und schwermetallhaltigen Pigmenten wie anderen belastenden Inhaltsstoffen.

Einige Produkte der Firma Sax sind mit der Schweizer Umweltetikette Klasse A ausgezeichnet; sie entsprechen dem aktuellen Minergie-Eco-Standard. Umweltmanagement-Systeme führte das Unternehmen bereits vor knapp 20 Jahren ein. Seit 1990 ist ein Qualitäts- und Management-System im Einsatz.

Gegen grosse Konkurrenz aus dem Ausland haben sich die Schweizer Farben von Sax behaupten können. Die Künstlerölfarben werden auch weiterhin in sorgfältiger Handarbeit produziert und sind von starker Farbkraft. Damit ist Firma Sax auch der Export in eine ganze Reihe europäischer Staaten gelungen.

André Sax, voller Zuversicht, hat in ein Weiterbildungszentrum investiert, das am Standort Urdorf/ZH den Besucher wegen seiner Grosszügigkeit überrascht. Mit Fachtagungen für die nationale und internationale Kundschaft wird der Anspruch, als Schweizer Hersteller führend zu sein, untermauert.

Link zum Pressebericht der schweizerischen Gewerbezeitung

Link zum Bericht Weltwoche

 

„Denkmal“ an den Untergrund

Was nützt der beste Anstrich, wenn der Untergrund nichts taugt? Das ist eine Frage mit der sich nicht nur jeder Maler, sondern auch Architekten oder Mitglieder der Denkmalschutzbehörden auseinandersetzen. Wer kennt das nicht? Es werden historische Anstriche empfohlen, seien es Kalkfarben, Silikatfarben oder Ölfarben, diese werden eingesetzt und nach relativ kurzer Zeit kommt es zu Schäden. Warum? Sind die „alten“ historischen Anstriche ungeeignet in unserer modernen Welt? Mitnichten! Dem bestehenden Untergrund wird zu wenig Beachtung geschenkt. Alte Fassade bedeutet nicht gleichzeitig historischer Anstrich. Zu diesem Thema führte die Firma Sax im November 2013 wieder eine Schulung für Mitarbeiter der Denkmalschutzbehörden aus der ganzen Schweiz durch. In der Regel werden Fassaden alle 15 bis 25 Jahre renoviert, da ist es durchaus logisch, dass in den letzten Jahrzehnten auch Acrylfarben, Dispersionen, Latexfarben, Alkydharzanstriche usw. gestrichen wurden. Auch gilt zu beachten, dass Anstrich auf Anstrich auf Anstrich irgendwann nicht mehr funktioniert und diese „Vergangenheit“ komplett wieder entfernt werden muss. Dies trifft zumindest bei „modernen“ Anstrichsystemen zu, die nicht durch natürliche Abwitterung mit der Zeit matt werden und sich in der Schichtstärke durch Kreidung reduzieren.

Was sind aber historische Anstriche:

Historische Anstriche sind zeitlich weit zurückliegende Technologien zur Beschichtung von Baustoffoberflächen in solider handwerklicher Ausführung. In der Regel mit ökologisch und ökonomisch günstiger Rohstoffgrundlage. Gebäude mit wirklich alten (historischen) Anstrichen sind heute eher selten anzutreffen und dann meistens «Sache» des Denkmalschutzes in Zusammenarbeit mit dem Handwerk. Und genau hier stellen sich immer wieder 2 Fragen.

• Um was für einen Altanstrich handelt es sich?
• Wie entfernt man einen Altanstrich um einen intakten Untergrund richtig instand zu stellen?

Hier ist es ganz wichtig, ganzheitlich an entsprechende Objekte heran zu gehen.

• Mangelhafte oder fehlende Konstruktionen verursachen oftmals Schäden an Untergründen.
• Finden Sie heraus, wie das Gebäude genutzt wird, wie alt es ist, und wann die letzte Renovation durchgeführt wurde.
• Werfen Sie einen Blick auf die umliegenden Gebäude, weisen diese dieselben Probleme auf?
• Sträucher und Bäume, die zu nahe an Fassaden stehen, können einen Algenbewuchs auf dem Untergrund fördern.
• Machen Sie Fotos der Besichtigung. Die Bilder können im Team besprochen werden, oder an externe Personen per Email weitergeleitet werden.
• Sprechen Sie mit den Bewohnern, oftmals gibt es interessante und hilfreiche Hinweise.
• Lernen Sie aus Fehlern anderer.
• Prüfen Sie den Untergrund mit oftmals einfachen Massnahmen; z. B. Benetzungsprobe, Gitterschnitt, Wärmeprüfung, Lösemitteltest, Säuretest oder pH Indikator.

Die Schulung für die Denkmalschützer lief unter dem Motto „Denkmal an das Denkmal“. Es geht darum einen Baustoff zu erkennen und zu beurteilen, so dass eine technisch optimale und sinnvolle Sanierung erreicht wird.

Zur Sanierung und Beurteilung dienen auch die nachfolgenden Listen.

Untergrundbeurteiung

 

 Altanstrichbeurteilung-0