Zwerg bedeutet im lateinischen „nanus“, im griechischen „nannos“. Nano steht aber auch als Teil einer Masseinheit den milliardsten (10−9) Teil. Ein Nanometer entspricht 10−9 = 0,000 000 001 Meter = 1 Millionstel Millimeter. Also sehr klein. Was hat das aber mit dem Malerhandwerk zu tun.

In den letzten Jahren wurde auch in handwerklichen Bereichen immer mehr von Nano gesprochen und diskutiert. Nano, der Zwerg, der alles kann. Die Technologie gilt als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Nano ist modern, also auch ein Verkaufsargument. Immer mehr Nano-Produkte überschwemmen den Markt. Darunter sind sicher auch echte Innovationen zu finden. Vieles ist aber nur „alter Wein in neuen Schläuchen“.

In letzter Zeit wird in Bezug auf Nano auch immer mehr über Gefahren berichtet. Die Presse weist in regelmässigen Abständen auf die Risiken von Nanoteilchen, etwa in Kleidung oder Kosmetika hin. Ist Nano im Malerhandwerk vielleicht doch etwas gefährliches? Eine Zeitbombe von der Mann bzw. Frau besser die Finger lässt?

Die Verwendung millionstel Millimeter kleiner Partikel ist für viele Industriebranchen interessant, weil sie nützliche chemische und physikalische Eigenschaften besitzen. Ihre Winzigkeit birgt allerdings auch die Gefahr, dass sie viel eher die natürlichen Barrieren im Körper überwinden – etwa die Blut-Hirn-Schranke über Atemwege oder die Haut. In flüssigen Produkten besteht in der Regel keine Gefahr der Nanoteilchen, allerdings lassen sich die technischen Vorteile voll nutzen.

Die Firma Sax als innovatives Unternehmen der Schweizer Farbenindustrie geht seit Jahren ihren eigenen Weg. Wir gehen nicht auf die Oberfläche sondern in die Tiefe. Die Firma Sax nutzt die Grösse ihrer Bindemittelteilchen in wässrigen Farben. Bis anhin galt, dass nur echte Lösungen von Bindemitteln z.B. als wirksamer Tiefgrund eingesetzt werden konnten. Die meisten wässrigen Bindemittel (Dispersionen) haben eine Teilchengrösse von 100 bis 200 nm (ca. 0,2 µm). Das reicht in der Regel aus, um eine ausreichende, verfestigende Wirkung auf grobporigen mineralischen Untergründen zu erreichen. Relativ feinporige Untergründe wie z.B. stark geglättete Putze konnten bis anhin nur mit echten Lösungen verlässlich gestrichen, bzw. grundiert werden. Die Teilchengrösse von echten Lösungen liegen im Bereich der Molekülgrösse, also wenige nm, bzw. 10-10m. Man könnte das mit einem Glas Zuckerwasser (einer echten Lösung von Zucker und Wasser) und Milch vergleichen. Die Milch ist weiss, da das Milchfett nicht lösslich ist und feinstverteilt im Wasser schwimmt. Diese Fetttropfen haben auch eine Teilchengrösse im µm (Mikrometer) Bereich. Also 1’000 mal grösser als ein Nanometer. Einfallendes Licht wird gebrochen und die Milch erscheint weiss. Genau wie bei normalen Dispersionsbindemitteln. Nur, dass bei Dispersionsbindemitteln feine Kunststoffteilchen verteilt sind.

Glas Milch-1 Glas Zuckerwasser

Bei den Nanoteiligen Dispersionen handelt es sich um wässerige, sehr feindisperse (Hydrosol) Dispersionen auf Basis von Acrylsäureestern mit hervorragende Penetrationsfähigkeit. Da es sich um eine flüssige Farbe handelt und später um einen zusammenhängenden trockenen Film, geht von diesen Bindemitteln und Farben auch keine Gefahr für Lebewesen aus.

Unser verwendetes Nano Bindemittel hat eine Teilchengrösse von < 40nm und dringt daher auch in die kleinste Kapillare ein. Umfangreiche Versuche zeigten ein besseres Eindringvermögen in den Untergrund als lösemittelhaltige Bindemittel. Dieses wiederum hängt auch mit den verwendeten Netzmitteln zur Untergrundbenetzung zusammen.

Nano-Dispersion für Blog-1

Normale Dispersionsteilchen können in das feine Porensystem des Untergrundes nicht eindringen, sondern benetzen nur die Oberfläche. Nano-Dispersionsteilchen dringen aufgrund ihrer geringeren Grösse tief in das Porensystem ein und tragen so zu deutlich verbesserter Haftung und Untergrundverfestigung bei.

Bei der Firma Sax sind einige spezielle Produkte auf der Basis der „Nano“ Technologie, auch wenn nicht überall Nano draufsteht.

Zum Beispiel unsere wasserverdünnbaren Tiefgrundierungen, Tifergrund-W nano, Hydrosil-Grund-Spezial-W, Betonimprägnierung und Spezialgrundierung für Klimaplatten. Dabei handelt es sich um farblos auftrocknende Grundierungen zum Tiefgrundieren feinporöser, saugfähiger und sandender Untergründe, wie Putze aller Art, Gipsbau- und Gipskartonplatten, Kalksandstein, Ziegel- und Hartbrandstein, Beton und Porenbeton sowie leicht kreidende, aber tragfähige Altanstriche. Auch für WDVS mit Polystyrol-Hartschaumplatten geeignet.

Als Deckanstriche NanoGrip und Solikat.

NanoGrip ist eine wasserverdünnbare Innenraumfarbe, die sich durch eine stumpfmatte Oberfläche auszeichnet. Durch die sehr kleinen beweglichen Bindemittelteilchen, wird auch oftmals ohne Grundierung eine optimale Haftung auf allen Untergründen (auch auf Weissputz) erreicht.

Solikat ist eine wasserverdünnbare Fassadenfarbe auf Basis Wasserglas und Kieselsol. Kieselsole sind wässrige kolloidale Suspensionen von amorphem Siliciumdioxid (SiO2). Das Wort setzt sich aus Kiesel für Kieselsäuren und Sol, einem Synonym von Kolloid, zusammen. Das Siliciumdioxid liegt in Form kugelförmigen Einzelpartikeln vor. Die Grösse dieser Partikel liegt im kolloiden Bereich und beträgt je nach Typ 5–75 nm. Unter anderem aufgrund dieser feinen Einzelpartikel kann Solikat als echte Silikatfarbe auch auf den meisten nichtmineralischen Untergründen gestrichen werden.

Die Firma Sax setzt auch hier wieder Massstäbe und ist mit ihren „Zwergen“ in Produkten wie Tiefgrund nano und NanoGrip kein Zwerg in der Farbenindustrie.