Der Ruf nach ökologischen Produkten bei Fassadenanstrichen ist unüberhörbar. Aber ebenso unübersehbar ist die Notwendigkeit nach energetisch optimierten Fassaden mit verputzter Aussendämmung. Beides mit einander zu verbinden, ist die Aufgabe der Anbieter von Baustoffen und Anstrichen.

Greutol  AquaPura

2 Komponenten Silikatfarben wie z.B. Pursilikat des Schweizer Familienunternehmens Sax-Farben AG, oder PURA Silikatfarbe von Greutol  spielen hierbei  eine zunehmend wichtige Rolle. Bis vor einigen Jahren schlummerten diese traditionellen Farben noch den „Dornröschenschlaf“ an historischen Gebäuden, heute sind sie wieder hellwach. Wie z.B. an modernen gedämmten Fassaden, im anspruchsvollen Neubau und der Renovierung unseres Baubestandes.

Historische Entwicklung:Anno 4000 v. Chr.
Vermutlich wurden Alkalisilikate oder Wasserglasprodukte bereits für die Pyramidenmalereien im alten Ägypten eingesetzt. Sicher ist, dass vor mehr als 5000 Jahren die alten Ägypter Natriumsilikate herstellten, indem sie Mischungen aus Quarzsand und natürlich vorkommendem Natriumkarbonat schmolzen.
 Aegypten

Anno 200 v. Chr.

Es gilt als bewiesen, dass Alkalisilikat eine bedeutende Rolle bei der Wandmalerei (Frescos) in Pompei und Herculaneum gespielt hat.
Pompeji

15. Jahrhundert n. Chr.
Auf der ewigen Suche nach dem «Stein der Weisen» schmolzen Alchemisten des 14. und 15. Jahrhunderts unter anderem auch Quarzsand mit Pottasche. Die ältesten zuverlässigen Angaben über Wassergläser stammen deshalb aus dem 16./17. Jahrhundert. In seinen Texten beschrieb Basilius Valentinus, das flüssige Quarz, das er als «Liquor Silicium» bezeichnete. Dass dadurch, unter hinzufügen von Calciumcarbonat, unser Fensterglas entstand sei nur nebenbei erwähnt. Wir bezeichnen den flüssigen Quarz heute als Wasserglas.

19. Jahrhundert n. Chr.
Verschiedene Anwender haben mit Alkalisilikat experimentiert. Im Jahr 1818 entdeckte der Landshuter Universitätsprofessor und königlich bayerischer Geheimrat sowie Oberbergrat Johann Nepomuk von Fuchs das Kaliwasserglas «neu». Er baute damit, zusammen mit den Münchner Akademieprofessoren Schlotthauer, Wilhelm von Kaulbach, um 1846 eine völlig neue Maltechnik auf, die er «Stereochromie» nannte.
Diese Malerei, wurde eine Zeit lang angewendet, um Wandflächen mit Gemälden, nach Art der Freskomalerei, zu bedecken.
In Deutschland entstand daraus später die Mineralfarbentechnik.
Interessanterweise fand diese Technik in der Schweiz rascher Verbreitung als in Deutschland. Die ältesten Fassadenmalereien in der Schweiz dürften diejenigen am Rathaus Schwyz sein (1891)

Die Sax-Farben AG in Urdorf stellt bereits seit 1899 Mineralfarben her und verfügt deshalb über ein grosses technisches Fachwissen. Die Sax-Farben AG ist heute die einzige Schweizer Farbenfabrik, die noch eine reine Mineralfarbe herstellt. Als Schweizerprodukt geniesst diese Farbe auch international einen ausgezeichneten Ruf.

Pursilikat – Reinsilikatfarben
2 – Komp. Mineralfarbe    (1899)
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Jakob Sax
Organo-Silikatfarben
1 – Komp. Mineralfarbe    (1970)
Sol-Silikatfarben
1 – Komp. Mineralfarbe    (2009)

Die Herstellung heute unterscheidet sich natürlich deutlich von der Produktion früherer Generationen. Industriell wird heute gezielt reiner Quarzsand (SiO2) mit Pottasche (K2CO3) bei 1100 – 1200°C zu einem wasserlöslichen amorphen „Wasserglas“ verschmolzen. Nach dem Lösen des so hergestellten, festen Wasserglases in Wasser, entsteht die anorganische Bindemittellösung „das Fixativ“. Es ist zur mineralischen Bindung von Füllstoffen und Pigmenten in der Farbe, aber auch zur Haftung des Anstrichs auf mineralischen Untergründen durch den sogenannten „Verkieselungsprozess“ erforderlich. Soweit die Theorie!

Die Praxis erfordert echtes Spezialwissen: Farbe daraus herzustellen, die ganz ohne organische Bestandteile auskommen und nur so zu der gewünschten Reinsilikatfarbe führen, ist kein triviales Thema.
Für den Verarbeiter bieten sich jedoch echte Chancen „Farbe“ in seiner ureigenen Art mal wieder begreifbar zu machen. Die beiden Komponenten Fixativ und Pigment/Füllstoffmischung werden für die beiden Anstriche im richtigen und korrekt einzuhaltenden Mischungsverhältnis vermischt. Beim Vermischen wird die Pulverkomponente, bestehend aus Füllstoffen und Pigmenten, mit dem mineralischen Bindemittel Fixativ benetzt und damit die schmeidige, homogene Farbe erzeugt.

Mischanleitung

Die Verarbeitung der vorbereiteten Reinsilikatfarbe erfolgt auf vollständig erhärtete mineralische Oberputze mit der Fassadenbürste im Kreuzschlag. Die angemischte Farbe wird dabei in zwei Arbeitsgängen in die Putzstruktur des Edelputzes „einmassiert“ und erhält dabei ihr typisches, lebendiges Erscheinungsbild. Mit geeigneten Bürsten kann im gleichen Arbeitsgang „beschnitten“ und flächig aufgetragen werden. Dies ist wichtig, weil in jedem Fall, auch Gerüstlagen übergreifend, „nass in nass“ aufgetragen werden muss. Das bedeutet für den Maler, genügend Verarbeiter auf der Baustelle aber im Gegenzug auch einen raschen, effizienten Arbeitsablauf .Wie bei allen Malerarbeiten müssen die Wetterbedingungen stimmen und der Untergrund einheitlich trocken und frei von Sinterschichten und Ausblühungen sein.

Voraussetzungen für ein gutes Ergebnis

Vorraussetzungen

Aber wenn nach dem zweiten Anstrich abgerüstet ist, besticht die Fassade durch ihre lebendige Natürlichkeit, ihren starken Farbausdruck und ihre Einzigartigkeit.

Auf Wärmedämmsystemen wie AQUA PuraVision unterstützt die Reinsilikatfarbe die hydroaktiven Eigenschaften des Putzsystems. „Bauphysikalisch das Beste, was einer Fassade passieren kann“. Das kann mit Fug und Recht behauptet werden.

Schützt doch die Reinsilikatfarbe die Putzschichten und das Dämmsystem wirksam vor Schlagregen, lässt aber mit seinem niedrigen Widerstand gegen Wasserdampf die Diffusion aus dem Innenraum durch die Fassade ungehindert passieren.

Man kennt es aus der Anwendung im Heimatschutz, Reinsilikatfarben verschmutzen praktisch nicht, sie haben nicht die „Klebrigkeit“ plastischer Farben und ziehen organischen Schmutz, wie z.B. Russ , nicht an. Durch den ausschliesslichen Einsatz anorganischer Pigmente gibt es bei Reinsilikatflächen praktisch keinen Verlust an Farbstärke, auch nicht über lange Bewitterungsphasen. Die Fassade bleibt einfach natürlich schön. Ein altes historisches System hilft in der Gegenwart mit auf Biozide bei Wärmedämmsystemen zu verzichten.

Ein Wehrmutstropfen bleibt allerdings, das Konzept „Topf auf, drauf auf die Oberfläche, fertig ist die uniforme Fassade“ geht nicht auf.

Hier ist noch gutes Handwerk und Sorgfalt gefragt. Aber das Ergebnis belohnt die Arbeit mit einer einzigartigen, ausdrucksstarken Erscheinung.

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 Anstrich Hand in Hand und Gerüstübergreifend  Auftragen mit der Bürste, kein Problem
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Wasserkirche Zürich gestrichen 1988 mit Pursilikat Simplon Hospiz gestrichen 1999 mit Pursilikat
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modernes Objekt in Liestal gestrichen mit PURA Silikatfarbe

Falls Sie sich mit diesem Thema beschäftigen möchten, oder ein entsprechendes Objekt zur Ausführung haben, stehen ihnen unsere qualifizierten Berater jeder Zeit gerne zur Verfügung.

Sax-Farben AG, Lack- und Farbenfabrik, CH-8902 Urdorf, Tel: 044-735 32 32